06. September 2023 | Die EWE AG und Jet H2 Energy planen ein Wasserstofftankstellen-Netz im Nordwesten. Dazu haben EWE-Technikvorstand Dr. Urban Keussen und Olaf Borbor, CEO von Jet H2 Energy, am Dienstag (05. September) auf der beyondgas Oldenburg ein MoU unterzeichnet. Die ersten vier Stationen sind bereits in Planung.

Das Joint Venture von EWE und Jet-H2 Energy soll noch in diesem Jahr mit dem Bau von vier Wasserstoff-Tankstellen in Brake, Cuxhaven, Leer und Schortens beginnen. Sie sollen im Rahmen des HyPerformer-Projekts „Hyways for Future“ und als Teil des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert werden.

Den Bau der Wasserstoff-Tankstelle in Schortens hatte EWE ursprünglich im Projekt „HyFri“ in Kooperation mit dem Landkreis Friesland, dem ÖPNV-Unternehmen DB Regio und Friesen Elektra beabsichtigt.

Bei der Zusammenarbeite werde sich Jet H2 Energy, selbst ein Joint Venture der britischen Phillips 66 Ltd. und der schweizerischen H2 Energy Europe AG , auf Bau und Betrieb der Wasserstofftankstellen konzentrieren, während EWE den grünen Wasserstoff liefert. Ihn will der Energieversorger selbst erzeugen.

Wasserstoff-Pläne im Nordwesten

Für die Produktion des Energieträgers seien zunächst kleinere Anlagen vorgesehen, darunter in Cuxhaven und Bremen. Den erzeugten Wasserstoff werde man Jet H2 Energy in speziellen Wasserstoff-Trailern bereitstellen.

Perspektivisch will EWE grünen Wasserstoff im Kraftwerksmaßstab produzieren, etwa in einer geplanten 320-MW-Elektrolyseanlage im Ostfriesischen Emden. Die EU-Fördergenehmigung für den Bau des Großprojektes steht allerdings noch aus. Gleiches gilt für eine Wasserstoff-Pipeline-Infrastruktur, um das Gas zu den Tankstellen transportieren .

„Mit der großen Retail Expertise von JET / Phillips 66, dem erfolgreichen Aufbau des Wasserstoff Ecosystems in der Schweiz durch H2 Energy und unserer Wachstumsstrategie in Deutschland, Dänemark und Österreich bringt das Joint Venture JET H2 Energy gute Voraussetzungen mit in die Partnerschaft. Mit EWE haben wir einen Know-how-Träger an der Seite, der umfangreiche Erfahrungen entlang der Wasserstoffwertschöpfungskette von der Wasserstofferzeugung über Speicherung und Transport mitbringt“, erklärte Jet H2-CEO Olaf Borbor.

Emissionsarme Elektromobilität mit und ohne Wasserstoff

Anfang März hatte Jet H2 Energy bekanntgegeben, dass es etwa 200 öffentliche Wasserstofftankstellen in Deutschland plane. Dabei will das Unternehmen Partnerschaften mit regionalen Akteuren aufbauen.

„Wir sind fest davon überzeugt, dass der Aufbau regionaler Wasserstoff-Ökosysteme zum Gelingen der Verkehrswende beiträgt. Gerade im ländlichen Raum, wo Busunternehmen und Speditionen, Abfallbetriebe oder auch Feuerwehren unterwegs sind, braucht es verfügbaren grünen Kraftstoff. Und dafür setzen wir uns ein“, so Borbor.

Dies passe zum Profil der EWE: Derzeit baut der Oldenburger Energiekonzern u.a. eine Ladesäuleninfrastruktur für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge im ländlichen Nordwestdeutschland. Diese Form der Elektromobilität ist besonders für den individuellen Personenverkehr geeignet. Auf langen Strecken und im Schwerlastverkehr besitzen mit Wasserstoff angetriebene Brennstoffzellen-Fahrzeuge Vorteile. Da sie mit einem Elektromotor angetrieben werden, der Strom allerdings unter Einsatz von Wasserstoff in einer Brennstoffzelle erzeugt wird, zählt auch der Wasserstoffantrieb zur Elektromobilität.

 

(Quelle: EWE/2023)

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