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NATIONALE WASSERSTOFFSTRATEGIE – JETZT ERST RECHT!

Gemeinsamer Appell von CEP und DWV an die Bundesregierung

Gemeinsamer Appell von CEP und DWV an die Bundesregierung

Berlin, 27. April 2020 - Alle reden von Corona, und das mit Recht. Aber es wird eine Zeit nach der Corona-Krise geben, und dann gilt es, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. In dieser Phase wird es wichtig sein, dass finanzielle Mittel in die Markteinführung von Zukunftstechnologien fließen. Das gilt insbesondere für den Energie- und Mobilitätssektor, der vor disruptiven Umbrüchen steht.

Die Verabschiedung der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) ist daher nötiger als je zuvor. Das ist nicht nur wegen des immer stärkeren internationalen Wettbewerbes um Technologien so, sondern auch um direkt nach Beendigung der Corona-Krise die entscheidenden Maßnahmen zur marktwirtschaftlichen Einführung einer Wasserstoffindustrie und -wirtschaft ergreifen zu können. Dazu kommt, dass mit der rechtzeitigen Verabschiedung eines entsprechenden Maßnahmenplans deutsche Unternehmen eher von den von der europäischen Union in Aussicht gestellten finanziellen Mitteln für die Wasserstoffwirtschaft profitieren könnten.

Eine frühzeitige Verabschiedung der Nationalen Wasserstoffstrategie hätte nicht nur positive Effekte auf die aufstrebende Wasserstoffindustrie, sondern bei einer vorausschauenden Ausgestaltung der Maßnahmen könnte gerade in der Wiederanlaufphase die Automobilindustrie wirtschaftlich entlastet werden, ohne die Ziele des Klimaschutzes zu gefährden. Das kann z. B. durch die Anrechnung von erneuerbaren strombasierten Kraftstoffen auf die Flottenemissionen in Kombination mit einem ambitionierten Markteinführungsprogramm für Brennstoffzellenfahrzeuge einfach und schnell realisiert werden.

Heimische Elektrolyseindustrie
Es gilt, mit der Wiederaufnahme des vollen wirtschaftlichen Lebens in Deutschland sofort mit der Entwicklung geeigneter regulatorischer Rahmenbedingungen für die Markteinführung von grünem Wasserstoff und daraus produzierten E-Fuels zu beginnen. Die Nationale Wasserstoffstrategie muss dazu eine industriell und wirtschaftlich tragfähige Marktinitiierung für einen heimischen Markt von mindestens 5 GW bis 2030 vorsehen. Hierfür gilt es, aufbauend auf den in der NWS zu vereinbarenden Zielvorgaben, im zweiten Halbjahr 2020 investitionssichere gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Globaler Exportmarkt
Ebenso muss in Verbindung mit staatlich begleiteten Initiativen wie Energiepartnerschaften und der Exportinitiative über gesetzlich geeignete Rahmenbedingungen ein Exportmarkt für PtX-Anlagen i. V. m. einem Import-Markt für grünen Wasserstoff und seinen Folgeprodukten im Umfang von 15 GW geschaffen werden. Nur in Verbindung mit beiden Instrumenten wird sich kurzfristig ein stabiler Exportmarkt für PtX-Anlagen ergeben. Nicht zu vergessen ist dabei, dass dadurch gleichzeitig der Exportmarkt für die erforderlichen Anlagen für erneuerbare Energien belebt wird. 15 GW PtX-Anlagen bedeuten nämlich auch einen Markt von mindestens 15 GW PV- und Windenergieanlagen. Insgesamt würde die Bundesregierung so einen Markt mit einem Volumen von über 30 Mrd. EUR mit einem Potenzial von zusätzlich mindestens 35.000 Arbeitsplätzen allein in diesem Zukunftsmarkt schaffen.

Wasserstoff-Mobilität
Gerade die Mobilität mit Wasserstoff und Brennstoffzelle kann einen signifikanten Beitrag zur Erreichung des Green Deal leisten, wie die Arbeit der Clean Energy Partnership (CEP) zeigt. Mittel- bis langfristig wird Wasserstoff auch im PKW-Segment immer mehr eingesetzt werden. Derzeit hat Wasserstoff aus erneuerbaren Energien als Kraftstoff insbesondere im Transport- und  Schwerlastbereich ein enormes Potential, das für den Fernverkehr eine große Chance bietet. Den Forderungen der Alternative Fuels Infrastructure Directive (AFID) entsprechend ist der konsequente weitere Ausbau der H2-Infrastruktur für PKW wie schwere Fahrzeuge unerlässlich. Hier muss von Seiten der Politik weiterhin eine effiziente Förderung und Unterstützung garantiert werden, um zeitnahe Erfolge verzeichnen zu können.

Im Kontext der Clean Vehicle Directive (CVD) kommt Mobilitätskonzepten mit Wasserstoff und Brennstoffzelle eine große Bedeutung für Flotten in öffentlicher Hand zu. Eine Verlagerung auf umweltfreundliche Antriebskonzepte ist für den öffentlichen Personennahverkehr genauso wichtig wie für die Anwendungsfelder leichterer Nutzfahrzeuge. 

Sicherlich stehen die Fahrzeughersteller in den nächsten Jahren vor enormen Veränderungen. Aufgrund der nahezu identischen Wertschöpfungstiefe bei Brennstoffzellenfahrzeugen im Vergleich zu konventionellen Antriebsformen könnten die Hersteller auch weiterhin die tragende Säule der deutschen Wirtschaft sein. 

Dafür ist es aber unerlässlich, zeitnah verlässliche und zukunftsweisende regulatorische Rahmenbedingungen für einen baldigen Markhochlauf der Brennstoffzellen-Mobilität zu setzen. Die Politik kann hier auf Wissen und Erfahrung der Industrie als Beratungsinstanz des Gestaltungsprozesses zurückgreifen.

Daher appellieren wir, die Clean Energy Partnership (CEP) und der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellenverband (DWV), an die Bundesregierung, eine schnelle Verabschiedung einer ambitionierten und konkreten Nationalen Wasserstoffstrategie zu realisieren.

 

Über den DWV
Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) ist seit 1996 als Interessenverband auf die Förderung einer zügigen Markteinführung des Energieträgers Wasserstoff und der Brennstoffzellentechnologie ausgerichtet. Ziel ist es, alle Aspekte einer künftigen Versorgungsinfrastruktur mit Wasserstoff, dessen Herstellung und energetische Nutzung — insbesondere die Energieumwandlung mittels Brennstoffzellen — in eine Sach- und Perspektivdiskussion einzubringen sowie die Marktentwicklung aktiv mitzugestalten. Unsere 299 persönlichen Mitglieder und 113 Mitgliedsinstitutionen und unternehmen stehen für bundesweit mehr als 1,5 Millionen Arbeitsplätze; der Verband repräsentiert somit einen bedeutenden Teil der deutschen Wirtschaft (www.dwv-info.de).

Über die CEP
Die 16 Partner der Clean Energy Partnership (CEP) arbeiten im Sinne einer nachhaltigen Energiewende branchenübergreifend an der Marktaktivierung der Mobilität mit Wasserstoff und Brennstoffzelle. Vertreter der Unternehmen Air Liquide, Audi, BMW, Daimler, EWE, GP Joule, H2 Mobility, Honda, Hyundai, Linde, Infraserv Höchst, OMV, Shell, Total, Toyota und die Westfalen Gruppe arbeiten innerhalb des Projekts daran, die zukunftsorientierte Wasserstofftechnologie voranzutreiben. 2020 können wir sagen, es ist die Mobilität der Gegenwart: Die Technologie ist bereit, die H2-Infrastruktur wächst, die ersten Fahrzeuge sind auf den Straßen unterwegs. Zukunft ist jetzt!

Zur Pressemitteilung

 

Kontakt CEP:

be: public relations GmbH – Semperstraße 26 – 22303 Hamburg
Nina-Antonia Siebach und Katrin Born
Tel. +49 (0) 40–23 805 87–90
E-Mail: cep@bepr.de

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TECHNOLOGIE

Die Clean Energy Partnership ist eines der international bedeutendsten Vorhaben zur Erprobung von Wasserstoff als Kraftstoff. Im Fokus steht die Entwicklung von technischen Standards – von der Erzeugung über die schnelle und sichere Betankung bis zum Betrieb wasserstoffbetriebener Fahrzeuge.

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