20. September 2023 | Siemens Mobility meldet die erste Testfahrt seines Wasserstoffzugs Mireo Plus H. Den grünen Wasserstoff lieferte die Tyczka Hydrogen GmbH aus Bayern. Ab Mitte 2024 soll der Fahrgastbetrieb auf Strecken rund um Augsburg starten.

Letzten Freitag (15. September) erfolgte im Ostallgäu die erste Fahrt des Mireo Plus H Regionalzuges von Siemens Mobility. Dieser soll laut Angaben des Unternehmens ab Mitte 2024 die Dieselloks auf den nicht elektrifizierten Strecken zwischen Augsburg und Füssen sowie Augsburg und Peißenberg ersetzen. Rund ein Drittel der Bahnstrecken in Deutschland und etwa die Hälfte der Strecken in Bayern sind nicht elektrifiziert.

In einem auf 30 Monate angelegten Pilotbetrieb will die Bayerische Regionalbahn (BRB) den Wasserstoffzug im ihrem Schienennetz einsetzen. Das Pilotprojekt wird vom Freistaat Bayern unterstützt. Dafür haben der Hersteller des Zuges und das Land Bayern bereits 2021 eine Entwicklungspartnerschaft vereinbart.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter kommentierte: „Mit dem 30-monatigen Fahrgastbetrieb wollen wir den Wasserstoffzug unter Alltagsbedingungen testen. Von den Ergebnissen dieses Tests wird es abhängen, ob wir den Einsatz von Wasserstoff-Zügen auf weiteren Strecken in Bayern vorgeben. Bis 2040 wollen wir den Dieselbetrieb im bayerischen Schienenpersonennahverkehr beenden.“

Reichweite bis zu 1.200 km

Der Mireo Plus H basiert auf der Regionalzug-Plattform Mireo von Siemens Mobility. Der Wasserstoffzug fährt durch zwei auf dem Dach montierte Brennstoffzellen und eine Lithium-Ionen-Batterie und kommt mit einer Tankfüllung auf eine Reichweite zwischen 1.000 und 1.200 km.

Der Mireo Plus H hat eine Antriebsleistung von 1,7 MW und kommt damit auf eine Beschleunigung von bis zu 1,1 m/s² und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Im Vergleich zu den Wasserstoff-Zügen anderer Hersteller hat Siemens’ Wasserstoffzug die niedrigsten Lebenszykluskosten.

Grüner Treibstoff aus Bayern

Mobile Betankungsstation (Quelle: Tyczka GmbH)

Den Treibstoff für die Erstfahrt des Mireo Plus H liefert der Gashersteller Tyczka aus Geretsried bei München. Das Unternehmen sieht Regionalzüge als ein vielversprechendes Mobilitätssegment für Wasserstoff an und will in diesem Bereich expandieren.

Seit November 2021 ist Tyczka Hydrogen Anteilseigner der Hy2B Wasserstoff GmbH und liefert seit Juni 2023 grünen Wasserstoff. Ab 2024 will das Unternehmen mit einer eigenen Elektrolyse-Anlage (Anfangsleistung knapp 5 MW) pro Jahr bis zu 700 t grünen Wasserstoff erzeugen.

Tyczka arbeitet mit der Wolftank Group aus Österreich zusammen. Das Unternehmen hat eine Multifunktions-Zapfsäule (Hydrogen Smart Fueller (HSF)) entwickelt, über die der Wasserstoffzug von Siemens betankt wurde. Der HSF ist eine mobile Einheit zur schnellen Wasserstoffabgabe, die sich flexibel an den jeweiligen Einsatzort transportieren lässt.

 

(Quelle: Siemens Mobility, Tyczka Hydrogen GmbH/2023)

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