05. Oktober 2023 | Der Prototyp des Mercedes-Benz GenH2 Wasserstoff-Lkws stellt einen neuen Rekord auf: Im Rahmen des #HydrogenRecordRun legte der Daimler Truck eine Strecke von 1.047 km zurück. Der für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassene Prototyp fuhr vom Werk in Wörth am Rhein nach Berlin.

Dr. Andreas Gorbach, Mitglied des Vorstandes der Daimler Truck Holding AG, verantwortlich für Truck Technology. (Quelle: Daimler Truck AG)

Der #HydrogenRecordRun startete am Montag, 25. September, nachmittags im Mercedes-Benz Lkw-Kundencenter in Wörth am Rhein und endete am Dienstagmorgen in Berlin. Der GenH2 Truck absolvierte die Fahrt unter realen Bedingungen: voll geladen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 40 t.

Vor der Fahrt wurde der GenH2-Lkw an der Tankstelle von Daimler im Entwicklungs- und Versuchszentrum mit flüssigem Wasserstoff betankt. Anschließend schickte Rainer Müller-Finkeldei, Leiter der Mercedes-Benz Truck Produktentwicklung gemeinsam mit der rheinland-pfälzische Wirtschaftsstaatssekretärin Petra Dick-Walther, vor internationalen Pressevertretern den H₂-Lkw auf seine Reise.

Die Fahrt mit plombierten Tanks und kontrollierten Kilometerständen wurde von unabhängiger Seite durch eine Inspektionsurkunde von TÜV Rheinland bestätigt.

Truck fährt mit flüssigem Wasserstoff

Der GenH2-Truck bei der Wasserstoff-Betankung (Quelle: Daimler Truck AG)

Der von Air Liquide gelieferte Wasserstoff wurde aus Biomethan hergestellt. Bei der Betankung wurde -253°C kalter Flüssigwasserstoff in zwei jeweils seitlich am Fahrgestell montierte 40 kg Tanks gefüllt. Laut Daimler kann der Wasserstoff durch eine besondere Isolierung ohne aktive Kühlung auf Temperatur gehalten werden.

Der Fahrzeughersteller bevorzugt laut eigenen Angaben die Verwendung von flüssigem Wasserstoff. In diesem Aggregatzustand hat er eine deutlich höhere Energiedichte bezogen auf das Volumen. Dadurch kann mehr H₂ transportiert werden, was die Reichweite erhöht und so eine vergleichbare Leistungsfähigkeit zu einem konventionellen Diesel-Lkw ermögliche.

Andreas Gorbach, Mitglied des Vorstands der Daimler Truck AG: „Um den Transport zu dekarbonisieren, brauchen wir […] auch wasserstoffbetriebene Antriebstechnologien. Der ideale Anwendungsbereich für Brennstoffzellen-Lkw sind flexible und anspruchsvolle Transportaufgaben im Fernverkehr. Wir kommen auf dem Weg zur Serienreife sehr gut voran. Gleichzeitig ist unsere heutige Rekordfahrt ein Apell daran, dass für die Dekarbonisierung des Transports neben den richtigen Antriebstechnologien noch zwei weitere Faktoren notwendig sind: eine grüne Energie-Infrastruktur und wettbewerbsfähige Kosten gegenüber konventionellen Fahrzeugen.”

Serienproduktion des H2-Truck

Vor drei Jahren stellte Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende der Daimler Truck AG den GenH2 Concept Truck erstmals der Öffentlichkeit vor. Dies sollte nach Angaben des Unternehmens unterstreichen, dass die Technologiestrategie sich auf Wasserstoff fokussiert. Seit 2021 werden erste Prototypen des Mercedes-Benz H₂-Trucks getestet. Zuletzt am Brennerpass, eine der Hauptschlagadern des europäischen Frachtverkehrs. Erste Brennstoffzellen-Lkws sollen in den kommenden Jahren an Kunden ausgeliefert werden. Die Serienreife Produktion des GenH2 sei für die zweite Hälfte des Jahrzehnts angestrebt.

Daimler Truck hat sich dem Pariser Klimaabkommen verpflichtet. Ziel sei es, bis 2039 nur noch klimaneutrale Neufahrzeuge in den globalen Kernmärkten (Europa, USA, Japan) anzubieten.

Gemeinsam mit der Volvo Group, die laut eigenen Angaben eine der größten Produktionsanlagen für Brennstoffzellen in Europa in Betrieb nehmen wird, wurde das Joint Venture cellcentric gegründet. Das Ziel der Zusammenarbeit sei es ein weltweit führender Hersteller von Brennstoffzellen zu werden.

Video des #HydrogenRecordRun

(Quelle: Daimler Truck AG/2023)

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